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Möblierte Wohnung an Asylbewerber vermieten?

Für manch einen Wohnungseigentümer stellt sich die Frage ob man die Wohnung auch an Flüchtlinge vermieten kann.

Möblierte Wohnungen an Asylbewerber vermieten?

Jeden Tag hören, sehen und lesen wir in den Medien, dass immer mehr Menschen aus Kriegsgebieten zu uns nach Deutschland kommen, um sich hier ein ruhiges und friedliches Leben, ohne Gewalt und Terror, aufbauen zu können. Männer, Frauen, Klein-/ und Kleinstkinder werden zu Hauf in Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht, wo sie zunächst einmal registriert werden müssen. Diese Aufnahmeeinrichtungen sind aber keine Dauerlösung. Daher bitten Städte und Kommunen, die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe. Doch was muss man dafür tun? Wir wollen Ihnen einige Fragen dazu beantworten.

An wen muss ich mich wenden, wenn ich Flüchtlinge bei mir aufnehmen möchte?

Als Wohnungseigentümer können Sie sich direkt bei Ihrer Stadt melden. Hier sind in aller Regel die Sozial-/ und Wohnungsämter für zuständig. Als Mieter sollten Sie zunächst mit Ihrem Vermieter sprechen, ob dieser einen Untermieter akzeptiert. Sollten Sie die Untervermietung verschweigen, kann dies zur fristlosen Kündigung Ihrer Mietwohnung führen. Auch das Rote Kreuz, Sozialverbände und Flüchtlingsinitiativen können Ihnen bei der Aufnahme eines Flüchtlings behilflich sein.

Was geschieht als nächstes?

Die Städte und Kommunen regeln die Vermittlung sehr unterschiedlich. Meist aber kommt ein Beauftragter einer Flüchtlingsinitiative der bei Ihnen vorbei, besichtigt den Wohnraum und schlägt Ihnen einzelne Bewerber vor. Bei einer ersten Besichtigung können sich dann beide Parteien kennenlernen und schauen ob die Chemie passt. Bei einigen Initiativen begleiten Paten vom Erstkontakt bis zum Einzug den Flüchtling und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Wer ist mein Vertrags-/ und Ansprechpartner?

Das Wohnungsamt Ihrer Stadt vermittelt, nach den Richtlinien des BGB, einen unbefristeten Mietvertrag. Anders gesagt gelten hier die gleichen, gesetzlichen Bestimmungen, wie in jedem anderen Mietverhältnis auch. In der Regel ist der Flüchtling selbst Ihr Vertrags-/ und Ansprechpartner, in Ausnahmefällen wird der Vertrag aber auch direkt mit der Stadt abgeschlossen.

Wer bezahlt die Miete?

Die meisten Flüchtlinge erhalten Sozialleistungen vom Jobcenter, unter anderem die gesetzlich geregelte Grundsicherung und Asylbewerberleistungen. Hier besteht Anspruch auf Kostenübernahme für eine Unterkunft, die vom Gesetzgeber her getragen werden muss, sprich Jobcenter oder Sozialamt.

Kann ich mir sicher sein, dass ich meine Miete auch wirklich erhalte?

Vermietern wird geraten sich eine sogenannte Abtretungserklärung unterschreiben zu lassen. Darin erklärt der Mieter gegenüber dem Vermieter, dass das Jobcenter, bzw. das Sozialamt, die Mietzahlung, direkt an den Vermieter entrichtet.

Welche Wohnungsgrößen stehen einem Flüchtling zu?

Einem Flüchtling steht ein Wohnraum von 50 Quadratmetern zu. Die Städte zahlen nach gesetzlichen Richtlinien, die Grundmiete des Wohnraums, zuzüglich der Heizkosten. Jeder weiteren Person steht ein Wohnraum von 15 Quadratmetern zu. Die finanzielle Unterstützung erhöht sich pro Person um 100,00 bis 150,00 Euro.

Darf jeder Flüchtling in einer Wohnung leben?

Nachdem der Flüchtling in der Erstaufnahmeeinrichtung angekommen ist und dort registriert wurde, muss er dort solange verweilen, bis seinem Asylantrag, stattgegeben wurde. Erst nach erfolgreich gestelltem Asylantrag, darf er die Sammelunterkunft verlassen. Ob und wann also ein Flüchtling die Unterkunft verlassen darf, hängt von seinem rechtlichen Status ab. Die Städte und Kommunen entscheiden aber immer nach Einzelfall, Ort und Lage. Meist wird an diejenigen vermittelt, die ein anerkanntes Bleiberecht haben. Manche Städte vermitteln aber auch schon, wenn das Asylverfahren noch läuft, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit beschieden wird.

Muss ich jeden Flüchtling akzeptieren, der mit vermittelt wird?

Jeder Vermieter hat das Recht dazu einen Bewerber abzulehnen, der ihm von der Stadt oder aber Flüchtlingsinitiativen vermittelt wird. Die Vermittler bemühen sich aber, dass beide Parteien gut zueinander pssen.

Kann ich auch als Untervermieter auftreten und ein möbliertes Zimmer vermieten?

Wichtig ist, dass Sie sich vor der Untervermietung ein schriftliches Einverständnis Ihres Vermieters einholen. Ohne Zustimmung, kann dieser Ihnen die fristlose Kündigung aussprechen. Generell zahlen Jobcenter und Sozialamt bis zu 250,00 Euro für ein möbliertes Zimmer. Wer mit einem Flüchtling eine Wohngemeinschaft bilden möchte, sollte sich der Herausforderung bewusst sein und sorgfältig prüfen, ob Mieter und Vermieter zusammenpassen.

Was ist mit Kindern und Jugendlichen?

Wer ein unbegleitetes Kind oder einen minderjährigen Flüchtling bei sich aufnehmen möchte, sollte sich direkt mit seinem örtlichen Jugendamt in Verbindung setzen.

Lohnt sich die Vermietung an Flüchtlinge finanziell?

Dies hängt stark von der Lage und vom Ausstattungsgrad Ihres Objekts ab. Für Flüchtlinge wird vom Staat ein fester Satz ggf. zzgl. Zuschüsse gezahlt. Eine hochwertig ausgestattete Wohnung in sehr guter Lage wird sicherlich sehr hohe Mieten erzielen. Der staatliche Satz wird an diesen Betrag daher vermutlich nicht rankommen. Die Vermietung eines solchen Objekts an Flüchtlinge wird sich daher finanziell nicht lohnen.
Handelt es sich jedoch um ein Objekt in nicht so guter Lage und mit nicht so guter Ausstattung so kann die Vermietung an Flüchtlinige durchaus attraktiv sein.
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